DE: Warum sagen manche, dass Falco Selbstmord begangen hat? Einige Fakten über den Tod von Hans Hölzel


Kürzlich habe ich – ganz zufällig – eine Simulation eines Falco-Unfalls auf YouTube gefunden. Und obwohl ich mich lieber an Hans erinnere, als er noch triumphiert hat, musste ich sie sehen. Denn bis heute fragen sich viele: Gibt es ein Geheimnis hinter seinem Unfall? War es wirklich ein unglücklicher Unfall, oder hat er sich selbst unter die Räder einer rasenden Kutsche geworfen? Wir werden es nie erfahren, denn obwohl vieles für einen unglücklichen Unfall spricht, gibt es auch Hinweise, die Zweifel aufkommen lassen. 

Hans Hölzel ist am 06. Februar 1998 – weniger als zwei Wochen vor seinem 41. Geburtstag – in Puerto Plata, Dominikanische Republik, ums Leben gekommen. Der Unfall hatte sich ereignet, als er den Parkplatz einer örtlichen Diskothek verlassen wollte, die er häufig besucht hatte. Wie Peter Lanz in seinem Buch „Falco. Die Biografie“ beschrieben hat, hat Hans um 16.40 Uhr mit seinem Mitsubishi Pajero den ersten Gang eingelegt, ist losgefahren und direkt unter die Räder eines von links herannahenden Reisebusses gefahren. Da der Reisebus mit über 100 km/h unterwegs war, wurde Falcos Auto wie ein Stück Papier weggefegt. Er starb auf der Stelle als einziges Opfer dieses Unfalls.

Es gab eine Zeit in meinem Leben, in der ich unbedingt dieses Geheimnis lüften und herausfinden wollte, ob es wirklich ein Unfall war. Ich habe nach vielen Informationen gesucht, um die Antwort herauszufinden. So bin ich auf ein Fernsehinterview mit einem Arzt aus der Dominikanischen Republik gestoßen, der an der Obduktion von Falco beteiligt war. Er hat bestätigt, dass nach seinem Tod eine sehr hohe Menge an Kokain, Cannabis und Alkohol in seinem Blut nachgewiesen wurde. Es ist wahrscheinlich, dass diese Mischung von Rauschmitteln zur Verursachung des Unfalls beigetragen hat. Ich habe auch einen Auszug aus der Obduktion gelesen, von dem mir ein Satz im Gedächtnis geblieben ist…

Es gab eine Textstelle, in der er sich an die Fratze auf Falcos Gesicht erzählen hat – er hat beschrieben, dass der Schrecken auf seinem Gesicht stand und seine Augen offen blieben. Das war der Moment, in dem ich aufgehört habe, nach weiteren Informationen zu suchen. Es war für mich die Bestätigung, dass Falco nicht mit dem gerechnet hatte, was passieren würde. Als meine Vorstellungskraft begonnen hatte, Bilder von seinem toten Gesicht zu entwerfen, hatte ich beschlossen, dass es an der Zeit war, meine Suche zu beenden. Ich wollte nichts mehr über ihn wissen. Ich wollte mich nur an die Zeiten erinnern, in denen er erfolgreich war. 

Fasst man alle Argumente zusammen, neige ich immer mehr zu der These, dass Falco einfach zur falschen Zeit am falschen Ort war. Für einen unglücklichen Unfall sprechen Tatsachen wie die erschrocken aufgerissenen Augen von Hans, die im Obduktionsbericht beschrieben wurden. Es war auch die Zeit, in der Falco seinen 41. Geburtstag geplant hatte, den er in 13 Tagen, am 19. Februar, feiern sollte.

Freunde haben bestätigt, dass Falco zu diesem Anlass eine Party geplant hat, was bedeuten würde, dass er doch noch Pläne für die Zukunft hatte. Hans hat auch an einem neuen Album gearbeitet, ‚Out of the dark’, das nach seinem Tod veröffentlicht wurde. Eine Bestätigung des unglücklichen Unfalls findet sich schließlich in den Worten von Falcos Manager Horst Bork, der in einem zeitgenössischen Interview voller Überzeugung gesagt hat, er hat Hans sehr gut gekannt und würde nie an seinen Selbstmord glauben. 

Aber … Und diese „Abers“ lassen sich auch einige aufzählen. Erstens: Hans hatte ein großes Problem mit Alkohol und anderen Genussmitteln. Diese Dämonen begleiteten ihn im Grunde von Beginn seiner Karriere an. Das war kein Geheimnis. Leider war Falco von Natur aus depressiv, was bei Menschen wie ihm meist in den Griff zu Aufputschmitteln mündet. Es ist also nicht auszuschließen, dass in diesem einen Moment diese dunkle Seite seiner Natur in ihm erwachte, die leider seine Gleichgültigkeit und den Wunsch, mit seinem Leben zu feilschen, auslöste. Möglicherweise haben auch die Drogen und der Alkohol, die er kurz vor dem Unfall konsumiert hatte, zu diesem vorübergehenden depressiven Zustand beigetragen.


Tatsache ist zum einen, dass Falco mehr als einmal den Tiefpunkt erreicht hatte und Dämonen in sich trug. Andererseits sind das beliebteste Argument, das als Bestätigung für seinen Selbstmord angeführt wird, die Worte, die in dem Song „Out of the dark“ vorkommen. Dies ist das Lied, an dem er zu dieser Zeit arbeitete und das erst nach seinem Tod offiziell veröffentlicht wurde. Es enthält den Satz „Muss ich denn sterben, um zu leben?“. Für mich ist jedoch ein anderes Argument interessant. 1982 sagte Falco in einem Interview mit seinem Freund Peter Leopold, dass wenn er schon vorzeitig sterben müsste, dann wie James Dean – auf einer Kreuzung, im Porsche. Zack. Aus.

Die Antwort auf die Frage nach der wahren Ursache für den Tod von Hans Hölzel werden wir nie erfahren. Es wird immer irgendwo ein Hauch von Ungewissheit bleiben, dass Falco es vielleicht doch gewollt hat. Ich aber werde den Gedanken nicht los, dass ohne diesen Unfall in Puerto Plata sicher ein anderes Unglück geschehen wäre.

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